Eine Familie mit vielen Kindern ist der Traum mancher Menschen. Dass damit auch Arbeit und Stress verbunden sind, darüber sind sich die meisten dieser Leute im Klaren. Sind die Kinder dann da, ist der Traum manchmal gar nicht mehr so toll, wie man sich ihn einmal vorgestellt hat. Wäscheberge, Geschirrstapel und vieles mehr sind die weniger begeisternden Faktoren, die jedoch durch ein sehr intensives Familienleben ausgeglichen werden. Einer der schlimmsten Momente in jeder Woche ist der Einkauf, der jedoch dringend nötig ist, um die hungrigen Mäuler satt zu bekommen, und auch sonst allen Bedarf der einzelnen Familienmitglieder abzudecken.
Während andere Mütter ein Paket Nudeln und zwei Tüten Milch einkaufen, greift man als weibliches Oberhaupt einer Großfamilie eher zu gesamten Kartons der Lebensmittel. Auch Mehl und Zucker, Eier und andere Grundnahrungsmittel füllen schnell den halben Einkaufswagen. Hinzu kommen Gemüse und Obst, Cornflakes und Süßigkeiten, und schon ist der erste Wagen gefüllt. Nun geht es an Toilettenpapier, Duschbad und Shampoo, Zahnpasta und andere Pflegeprodukte. Auch Putz- und Waschmittel muss stets auf Vorrat zuhause sein. Bis man sich versieht, hat man auch hier einen ganzen Wagen voll. Während man sich fragt, ob die Einkäufe noch alle in das Auto passen, denkt man daran, dass ja auch noch Kaffee und Tee, sowie eine Menge an anderen Getränken gekauft werden müssen. So wird die Masse der Waren immer mehr, und man beobachtet andere Kunden, wie sie sich höchst eilig zur Kasse bewegen, um ja noch vor einem selbst an der Reihe zu sein.
Die Rückgabe der Pfandflaschen könnte bei einer wöchentlichen Sammlung schon einige Zeit in Anspruch nehmen. Andere Kunden reagieren genervt, wenn man eine halbe Stunde am Automaten im Supermarkt steht, und seine Flaschen einwirft. Davon darf man sich aber nicht beirren lassen, ebenso wie von den oft bösen Kommentaren, die hektische Einkäufer oft verlieren. Hat man alle Kinder dabei, könnte so ein Einkauf zum Stress ausarten. Jeder fragt etwas, möchte etwas haben oder die Mutter auf etwas hinweisen. Man braucht gute Nerven, wenn man ruhig bleiben möchte, wenn das Baby im Wagen schreit, der Kindergartensohn mit einer Packung Müsli ankommt, und die große Tochter im gleichen Moment trotzig ihren Kajalstift durchboxen möchte, den die Mutter eigentlich verboten hatte. Nicht immer sind die Väter bereit, dieses Erlebnis mit ihrer ansonsten heiß geliebten Familie zu teilen. Sie fürchten das Chaos, das manchmal geradezu vorprogrammiert ist. Auch, wenn das Einkaufen nicht zu den bevorzugten Tätigkeiten in einer Großfamilie gehört - es muss einfach sein.
